Familienkuscheln…

Oder auch: „Wieso mein Herz mein Bett einnimmt“

Es gibt viele Pro’s und Contra’s für und gegen das Familienbett. Einige sagen hüh, die anderen sagen hott. Letztendlich muss jeder für sich entscheiden. Und das habe ich getan.

Wie ich schon in Meine Schwangerschaft…erwähnt habe, hatte ich einen Einsatz auf der Wochenbett Station in meinem Krankenhaus. Da wurde mir schnell klar gemacht, Neugeborene wollen nicht alleine schlafen. Natürlich nicht. 9 Monate in einer perfekten Welt, wo es immer warm war, es kein Hunger gab und Mama immer da war und auf einmal ist das vorbei. Es ist kalt, ungemütlich, die Begrenzung fehlt und man hat Hunger u.v.m. Ist es da ein Wunder, dass sie sich nach etwas vertrautem Sehnen? Nach etwas, was sie kennen? Genau das, tun wir doch auch, wenn wir uns fürchten. Wir suchen etwas, was uns Sicherheit gibt und das einzige, was die Kleinen kennen, ist ihre Mutter. Insbesondere Schlafen ist Angst einflößend. Schlafen bedeutet los lassen, nicht alles mitbekommen zu können und Schutzlos zu sein. Früher ein lebensgefährlicher Zustand. Und genau das, was Babys auch heute noch denken.

Daher war es für mich selbstverständlich, dass das Kinderbett neben meinem stehen würde. Ohne Begrenzung, direkt neben mir, damit mein kleines Herz genau weiß, Mama ist da. Meine Mutter fragte mich damals, ob mein Herz bei mir im Bett schlafen würde. Nein, war meine Antwort, nach dem Stillen, kommt das Herz in sein Bett. Sie hat nur geschmunzelt. Ich Tu es heute auch.

Mein kleines Herz hat damals im Krankenhaus nur bei mir gelegen. In seinem Beistellbett lag er nur, wenn wir das Zimmer verließen. Ich hab da nicht drüber nach gedacht, für mich war es das normalste der Welt. Aber das war ja was anderes, Zuhause würde das anders werden. Denkste. Mit  gutem Vorsatz bin ich an die Sache ran gegangen. Mein Herz wurde gestillt und in sein Bett gelegt. Das hat alles erstmal geklappt, ganz kurz. Doch dann wachte mein Kleiner wieder auf und wollte wieder an die Brust. So alles von vorne. Das wiederholte sich, bis wir beide beim stillen einschliefen. Ich versuchte es die nächsten Abenden ebenfalls, das Ergebnis blieb das selbe und irgendwann ließ ich es. Jetzt, 6 Monate später schläft mein Herz immer noch bei mir. Ich finde das nicht schlimm und ich habe auch keine Angst, dass das so bleiben könnte oder ich ihn damit verziehe. Mein Herz schläft jeden Abend neben mir ein und ja, manchmal wünschte ich mir, ich könnte mich frei bewegen. Manchmal wünschte ich mir, ich müsste mich nicht in die Ecke drängen lassen, weil mein kleines Herz es irgendwie schafft, dass halbe Bett einzunehmen ( wie er es schafft mein 1,60 cm großes Bett einzunehmen, obwohl ich und Hans-Peter früher zusammen bequem drin liegen konnten, ist mir ein Rätsel). Aber das wird ja nicht für immer so bleiben und die Zeit vergeht schnell.

Ich glaube, ich tue das richtige. Mir geht es gut mit unserem Familienbett, meinem Herzen geht’s gut mit unserem Familienbett und das ist die Hauptsache. Wieso soll ich ihm mit großen Geschrei was anderes beibringen? Warum sollte ich meinem kleinen Herzen und mir diesen Stress machen? Er ist zwar schon 6 Monate, aber so groß ich das finde, dass ist nicht alt und er versteht die Welt noch nicht so, wie ich sie verstehe. Und schon gar nicht würde er verstehen, wenn ich ihn auf einmal nicht mehr bei mir haben wollen würde. Irgendwie, irgendwann wird er in seinem Bett schlafen und zwar dann, wenn er soweit ist.

Am Rande: Nein, er schläft nicht unter meiner Decke. Nein, da sind nicht viele Kissen, denn bis auf mein eigenes, sind alle erstmal rausgeflogen. Nein, er kann nicht zwischen die Matratzen rutschen, es ist nur eine. Nein, er schläft nicht zwischen Hans-Peter und mir (wenn er da ist) sondern nur neben mir und wenn es ihm zu viel wird, dann klettert mein kleines Herz mittlerweile in sein eigenes Bett.

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